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Eine Legende lebt weiter
Die Lese ist zu Ende. Die Weingartenhüter kommen zurück, um mit
Hauerkollegen und Weinfreunden am 6. November die
diesjährige Ernte mit dem traditionellen "Hiataeinzug" zu
feiern. Das älteste und berühmteste Erntedankfest
Österreichs, dessen historische Wurzeln bis ins 14.
Jahrhundert reichen, wurde Ende November 2010 von der
UNESCO in das nationale immaterielle Kulturerbe
aufgenommen, und zieht jedes Jahr über 5.000 Besucher in
den Bann.
"Die Jahrhunderte alte Tradition hat sich fast
nahtlos bis heute erhalten", berichtet der Perchtoldsdorfer
Weinbauvereinsobmann Franz Distl. Drei "Hiata" reiten auf geputzten
Pferden voran zur Pfarrkirche, begleitet von den örtlichen
Musikkapellen, den "Hiatabuam" und der
"Hiatapritschen", einem mit Trauben behängten Holzgerüst in
Pyramidenform, das mit Ähren und einem aus vergoldeten Nüssen
geformten Herz zusätzlich verziert wird. Nach dem Erntedankfest in
der Kirche, findet vor dem Rathaus ein lustiges
Volksgericht statt. Dabei werden die kleinen Schwächen der
Mitbürger, mittels Gstanzln von reimkundigen "Hiatabuam"
angeprangert. Das schadenfrohe Publikum darf sich
auf einen Freiwein-Ausschank für alle freuen.
Wer alte Traditionen zu schätzen weiß, hat
am 6. November am Marktplatz ab 9.45 Uhr die
Gelegenheit dazu. Um 10 Uhr findet die Festmesse
in der Pfarrkirche St. Augustinus statt. Das Gstanzlsingen
mit Freiwein-Ausschank am Marktplatz beginnt unmittelbar
danach.
Bild 1: Für den Hauernachwuchs Johannes,
Sebastian, Andrea, "Hiatavater" Leopold Wurth und Christina
ist der Perchtoldsdorfer Hiataeinzug
der traditionelle Höhepunkt im Jahr.
Bild 2: Andrea, "Hiatavater" Leopold Wurth und
Christina freuen sich auf den wichtigsten Tag im Jahr.
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